Tipps zum Einzug der Braut

Erstellt von Jessica

Ihr könnt euch wahrscheinlich in den Moment hineinversetzen, wenn ihr als Gast schon einmal auf einer Hochzeit wart. Denn hier warten alle Gäste ungeduldig, die Braut in ihrem Kleid das erste Mal zu sehen. Natürlich wollen alle wissen, wie das Paar aussieht.


Ihr, als Brautpaar, dürft den Moment nicht unterschätzen. Hier entstehen die emotionalsten Bilder des Tages und glaubt mir, die meisten von euch werden unglaublich nervös sein. Umso wichtiger ist es, diesen Moment zu planen und ggf. zu üben.

 

Ich möchte euch heute Gestaltungsmöglichkeiten und Tipps für euren Einzug zur Trauzeremonie mitgeben.

 

Wahrscheinlich kennt man den Klassiker: Der Vater führt die Braut zum „Altar“ …

 

Dieser Moment ist keine romantische Tradition, denn sie stammt aus einer Zeit, in der die Frau noch unmündig war:

  • Die Braut wurde vom „Rechtsbereich des Vaters, in den Rechtsbereich des Ehemannes“ gegeben. Er hatte fortan für sie Sorge zu tragen.
  • Diese Art des Einzugs wird auch amerikanische Eröffnung genannt.

Wenn man den Einzug mit Vater wünscht, dann wird die Braut i.d.R. auf der linken Seite geführt. Wenn das Brautpaar die Zeremonie verlässt, geht die Braut rechts.

 

In der Kirche wird die Braut (mit Vater) häufig vom Pastor begleitet.

  • Dabei begrüßt der Pastor die Braut am Eingang und geht dann voraus, die Braut mit ihrem Vater geht anschließend hinterher.

 

Viele Pastoren wehren sich gegen die Tradition, dass der Vater die Braut führt, weil sie nicht zeitgemäß ist. Es gibt nicht mehr das klassische Vater – Mutter – Kind-Modell und deswegen stellen sich einige Kirchen bei dem Wunsch, den Einzug mit dem Papa zu gestalten, quer.

 

Jedoch ist diese Version immer noch die beliebteste Art des Einzugs. Der Grund ist der emotionale Moment. Sowohl der Vater-Tochter-Moment, als auch der Moment, dass sich das Brautpaar dadurch, dass der Bräutigam am Altar wartet, zum 1. Mal beim Einzugs sieht.

 

Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, den Einzug anders zu gestalten:

 

Allein: Der Einzug alleine stellt viele Bräute vor eine Herausforderung. Man kann sich nirgends festklammern und wenn man stolpert, fällt man im schlimmsten Fall hin.

Anders kann man aber auch sagen, dass dadurch der Moment noch emotionaler wird, weil die Gefühle pur zu sehen sind.

Andere Brautführer: Wenn man aber partout nicht alleine zum „Altar“ schreiten möchte, kann man auch einen anderen Brautführer wählen. Die Auswahl trefft ihr hierbei individuell. Zum Beispiel können: Mama, Opa, Oma, Schwester, Bruder, die beste Freundin usw. euch auf dem Weg nach vorne begleiten.

Ihr könnt aber auch mit einem Kind an der Hand nach vorne gehen oder mit eurem Hund an der Leine. Hier gibt es keine Grenzen.

 

Natürlich können Kinder, Hunde aber auch Brautjungfern bei der Zeremonie voranschreiten, bevor die Braut als letztes kommt.

Insbesondere bei Kindern und Haustieren kann man „Schilder“ in den Einzug integrieren.

 

Beispiele für Schilder zum Einzug:

„Hier kommt die Braut“

„Papa, hier kommt deine Traumfrau“

„Ruhe jetzt!“

„Letzte Chance“

 

Die Schilder können aufeinander aufbauen, wenn reichlich Menschen (oder Tiere) den Einzug mitgestalten. So können Kinder oder auch Brautjungfern auf ihrem Weg vor der Braut beispielsweise einen Countdown auf den Schildern zählen.

 

Oftmals wird gefragt, wie viele Brautjungfern bei einer Trauung dabei sein dürfen. In der freien Trauung sind euch dabei keine Grenzen gesetzt, jedoch solltet ihr schauen, dass sich der Einzug nicht zu sehr in die Länge zieht. Meine Empfehlung ist daher maximal 5 Brautjungfern einzuplanen.

 

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Ich persönlich finde es immer toll, wenn das Brautpaar gemeinsam zur Zeremonie kommt. So könnt ihr euch bereits im Vorhinein ohne die neugierigen Augen eurer Gäste den „First-Look-Moment“ gönnen. Ladet dazu jedoch euren Fotografen und vielleicht eure Trauzeugen ein. Ansonsten gehört dieser Moment ausschließlich euch und ich kann mir vorstellen, dass noch mehr Gefühl gezeigt wird, wenn man diesen Moment zu zweit genießt.

Zur Zeremonie könnt ihr dann Hand in Hand einziehen und euren Gästen euer schönstes Strahlen zeigen.

 

Achtet jedoch darauf, dass wenn ihr zu zweit einzieht, dass sich ein Gast oder Trauzeuge im Vorfeld um die ankommenden Gäste kümmern muss.

 

Wer den Einzug gerne ausgefallen und party-like gestalten möchte, der kann auch zum Altar tanzen. Ihr kennt sicherlich die Videos, bei denen die Groomsmen (so werden die Brautjungfern des Bräutigams genannt) die Stimmung der Hochzeitsgesellschaft steigern, in dem sie zu Partymusik den Weg zum „Altar“ tanzen. Dies kann die Braut ihnen im Anschluss nachmachen oder man kann einen Musikswitch einbauen und zum Einzug der Braut in die romantische Stimmung übergehen.

 

Ebenfalls eine schöne Idee ist es, zum „Altar“ singend zu schreiten. Diese Variante fordert jedoch viel Mut und sollte im Vorhinein gut überlegt sein.

Auf Live-Musik solltet ihr aber auf keinen Fall zum Einzug verzichten. Denn dadurch entstehen noch einmal zusätzliche Gänsehautmomente.

 

Zum Schluss habe ich noch sieben konkrete Tipps, wie ihr euren Einzug gelassener gestalten könnt.

 

Tipps zum Einzug:

 

  1. Wählt ein etwas längeres Lied und guckt euch einen Moment aus, zu dem ihr losgeht.
  2. Achtet auf die Geschwindigkeit des Liedes, geht langsam!!!
  3. Übt den Gang „zum Altar“ - Nervosität!!!
  4. Haltet Abstand! - 10 m wären optimal, damit die Fotografen die Möglichkeit haben, gute Bilder zu machen und niemand im Weg steht.
  5. Wenn Kinder dabei sind, lasst sie am Tag der Trauung üben. 
  6. Bräutigam begrüßt die Gäste - mind. 30 Minuten vor Beginn - wenn das Paar gemeinsam einzieht, dann muss jemand anderes den Part übernehmen.
  7. Klärt mit der Location ab, was erlaubt ist: Dürft ihr Blumen streuen? Konfetti werfen? Seifenblasen pusten?